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          Chiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des ventsChiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des vents Künstler

 

Halim Selami

Seit eh und je liebt der Maler das Licht, die Farben und die unendliche Weite der Wüste. Seine Werke widerspiegeln die Traditionen, Bräuche und den spirituellen Reichtum der Wüstenvölker, ihren Großmut, ihre Gastfreundschaft, ihre Einfachheit und ihre Unbefangenheit.

In seinen Gemälden assoziiert er Farben, Sand, Kalk, geometrische Formen und Reliefelemente nach überlieferten Arbeitsweisen der Tuareg.

 

 

 

Seine Bilder sind geprägt von der Suche nach der Identität seines Volkes. Frauen, Männer, Paare, friedlich beieinander und erwartungsvoll zugleich. Die Figuren signalisieren mit Farben, Kleidung und Dekor unablässig ihre Zugehörigkeit zur Wüste.

 H. Selami lebt und arbeitet in Algier und Ouargla.

 

Djanette, Zahia Dahel, Spurensuche

 

Überall in der Stadt zeugen Brunnenschmuck und Außenfassaden von ihren Ambitionen: das moderne Städtebild mit den Schätzen traditioneller Keramikkunst in Einklang zu bringen.

Ihre Skulpturen, der Ästhetik eines zeitgenössischen westlichen Auges durchaus vertraut, in einem Algerien jedoch, einem Land, tief verankert in seine Tradition der arabisch-islamischen Kunst, bedroht von dem zerstörerischen Wüten fanatischen Wahns, sind ihre Kreationen künstlerische Augenblicke von Wagnis und Bekenntnis. Bekenntnis zur Weiblichkeit. Stolz. Ehrfurcht vor der immer wiederkehrenden Schöpferkraft der Natur. Eine Liebeserklärung an das Leben.

 

 

 

 

 

 

 

Vom Mut zur Erneuerung zeugen auch ihre Töpfereien, in denen sie Motive, Formen und Farben der verschiedenen Regionen Algeriens zu einer konsequenten Einheit verbindet.

 

 

 

 

 

 

 

Zohra Hachim Sellal

Intensive, leuchtende Farben, Gelb, Rot, Blau in allen Schattierungen. Fragen an die – eigene – Geschichte im engeren und weiteren Sinne. Porträts von Frauen, die sich ihrer Kraft bewusst sind.

 

 

 

Halima Lamine

 

Ton corps comme un livre sacré qui se lit que dans une amertume…

Rachid Boudjedra

 

Halima Lamine bringt als Malerein und Dichterin Worte und Farben zum Erklingen. Ebenso apart wie ihre Sichtweise ist die Inszenierung dieser ungewöhnlichen Figur, die vielleicht die Künstlerin selbst im Angesicht ihrer Gesellschaft darstellt.

 

http://www.halimalamine.net/

 

Anissa Berkane

setzt auf Zeichen und Symbole. Ihre üppige und kraftvolle Palette zeugt von ihrer intensiven Suche nach typischen Elementen der algerischen Kultur. Sie ist nicht katalogisierbar, ihre figurativen Kompositionen vereinen orientalische und geometrisch-abstrakte Elemente, Botschaften in lateinisch oder arabisch geschriebenen Lettern, dekorativ abendländische Kalligraphien lassen ihre Werke zu regelrechten Farbgedichten werden.

http://www.anissaberkane.1s.fr

 

Valentina Ghanem, Erotische Melodien

 Ein feiner, erlesener, zarter Duft auf der Leinwand, präsentiert ausschließlich im weiblichen Gewand. Dem Blick des Betrachters eine anmutige Gabe.

Zwei Themen beherrschen ihre Schöpfungen: die Musik und der weibliche Körper.

Gemälde wie Jazz, Blues, Tango, Mit Tschaikowsky… sind jedes für sich eine Partitur, alle zusammen eine Symphonie, die durch ihre leuchtenden Töne und ihr musikalisches Flair zu einer farbenfrohen, musikalischen Reise in ein Universum mit üppigen Landschaften entführt.

Die Züge der weiblichen Gestalt sind anonym, geheimnisvoll. Sie scheint zurückgezogen, gedankenverloren, verträumt, sich ihrer inneren Stimme hingebend.  (nach Y. Idjer, Liberté)

Mohamed Bakli
Der Künstler, Jahrgang 1957, studierte in Constantine, Algier und Brüssel. Sein anfangs impressionistisch geprägter Malstil wurde im Laufe der Zeit zu einem abstrakten Expressionismus, der Figuration und Interpretation in den Hintergrund stellte, und einer Innenschau in ihrer Spontaneität und Dynamik Platz machte.

 

http://www.art-baklim.blogspot.com/

 

Karima Sakraoui

Karima, Jahrgang 1970, arbeitet vor allem mit Kohle. Ihre Graphiken sind von einer Sensibilität, die die Fähigkeit erahnen lassen, tief in die menschliche Seele zu schauen. Ihr Stil ist  kräftig, energisch, expressiv. Schwarz oder weiß, ein Dazwischen gibt es nicht. Sie nutzt den Raum, und sucht mitunter darüber hinaus zu gehen, die Enge zu überschreiten. Ihre Figuren fesseln, wir wenden uns ihrem Schicksal zu, können nicht von ihnen lassen.

 

 

 Hacène Zouini

 

Dichter. Philosoph. Autodidakt. Sein sehr eigenwilliger Stil ist eine Mischung aus Zeichen und Symbolen, die eine tiefe menschliche Botschaft transportieren: Wir sind, egal welcher Couleur, Menschen dieser Erde, verankert mit den uns überlieferten Traditionen unserer Vorväter.

 

 

 

 

Brahim Merdoukh

Der Künstler, Jahrgang 38, lebt und arbeitet im Süden Algeriens

Seine Liebe gilt den der Architektur der Jahrhunderte alten Ksour, mit Farben und geometrischen Verzerrungen stimuliert er kontrastreiche Stimmungen. Es ist, als schauten wir von einer Düne auf die nach einem ausgeklügelten Belüftungssystem erbaute Festungsstadt.

 

Sadek Rahim

Sadek Rahim, Jahrgang 71, arbeitet häufig mit Acryl, Tusche, Gouache, Öl oder Harzen und. Seine Bilder und autobiographischen Installationen legen Zeugnis ab von der politischen und moralischen Krise seiner Heimat. Seine Kunst will nicht nur zeigen, sondern bewegen. Er glaubt an  seine moralische und soziale Rolle als Künstler.

http://www.sadek-rahim.com

 

 

 

 

Abdelghani Boumegoura

Der Künstler lebt und arbeitet in Aïn Beida. Seine Malerei ist wie ein Freudentaumel, die uns in längst vergangene Landschaften der Kindheit entführt und in unserem tiefsten Innern verborgene Träume zu neuem Leben erweckt. Sie ist wie ein Lichtstrahl, der uns für einige Momente in eine fast mystische Glückseligkeit der Märchenwelt führt. Doch allzu bald verblassen sie, Schatten ziehen auf. Ernüchterung.

 

Dfeffal Adlane

 

Der Künstler lebt und arbeitet in Mostaghanem. Er gehört der „Essabaghine“-Bewegung an (Essabaghine bedeutet Maler auf Arabisch), einer G-8 von Malern der neuen algerischen Generation, die ihre Kunst vom Konservatismus der Ein-Parteien-Kultur-Manier der 1980er Jahre entstaubt haben und ihre Sicht der Welt humorvoll, bissig oder liebevoll vergegenständlichen.

Er ist aktives Mitglied der Association Asselah, die den Namen des 1994 von den Fundamentalisten ermordeten Direktors der Kunsthochschule Algier trägt.

Djeffal Adlane arbeitet auch gerne großflächig.

 

 

Benaïd Hadjeb

 

Der Künstler, Jahrgang 1957, bezeichnet sich selbst gern als Träumer mit einer lebhaft-sinnlichen Phantasie. In seinen Bildern ist der Übergang von Düsternis und Heiterkeit fließend und einander bedingend. Dennoch strahlen seine Bilder Lebenslust aus: Stierkämpfe, Tanz- und Jazzszenen in kräftigen Farben.

 

http://www.hadjeb.com  

 

Karim Sergoua

Nur sich selbst hat er Rechenschaft abzulegen, mutig und aufrecht malt er sich durch allen Dogmatismen, und behauptet sich und seine Kunst mit Stolz.

 

Amar Briki

Der Künstler malt jenseits von Zeit und Raum, er gehorcht seinem eigenen Rhythmus, weit entfernt von der ruhelosen Geschäftigkeit anderer. Dabei sucht er nicht zu gefallen, sondern in seiner Kunst zu leben, als sei sie das einzig Wahre.

http://www.artabus.com/briki/

 

Klanglos

 

Layachi Hamidouche, Jahrgang 1947, arbeitete zunächst als Mathematiklehrer, bevor ihn die Leidenschaft der Malerei ergriff und er ein Fernstudium in Paris absolvierte. Seinen Stil hat er gefunden. Keinem seiner Gemälde gesteht er ewige Vollendung zu: trostlose Landschaften, abgestorbene Vegetation, ins Endlos führende Treppen.

Zerrissenheit. Menschen, die ins Leere blicken, gebeugt unter der

 

 

Last einer schweren Vergangenheit. Besessenheit von der Stille: Musiker versuchen vergebens, ihren saitenlosen Zupfinstrumenten einen Ton zu entlocken. Auf einem der Bilder, ein Schlüssel am Wegesrand. Ist die Hoffnungslosigkeit überwunden?

 

Layachi Hamidouche lebt und arbeitet in Annaba.

 

 

http://membres.lycos.fr/hlayachi

 

 

Fetla

 

Eine Kombination aus Gestern und Heute. Handgefertigt auf schwerem Brokat, prächtigem Samt oder Moiré. Die im 17. Jahrhundert während der Besetzung Algeriens durch das Osmanische Reiche auf den Kaftanen der türkischen Würdenträger sichtbaren Stickereien inspirieren Aziz Zerari, der die insbesondere von den algerischen Juden seinerzeit gepflegten und verfeinerten Motive aus der Versenkung hervorholt.

Für Zerari ist die Stickerei mit dem Goldfaden (fetla) mehr als nur ein

 

 

 

 

 

schöpferischer Akt, denn sie setzt eine Hinwendung zu den religiösen und kulturellen Traditionen seiner Heimat voraus. Jede einzelne Kreation birgt einen Teil der Geschichte.

 

Aziz Zerari lebt und arbeitet in Algerien und Kanada.

 

 

  

Chiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des ventsChiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des vents Kunsthandwerk

 

Jahrhundertealtes Algerien in tausenderlei Farben. Das algerische Kunsthandwerk behauptet sich durch die Zeitalter wie ein leidenschaftliches Plädoyer für den Schöpfergeist des Menschen, für seine Demut vor der Natur, seine Virtuosität, sein erprobtes Können und seinen Sinn für Ästhetik.

 

 

Weberei

 

Die algerische Teppichweberei   und -knüpferei bewahrt seit Jahrhunderten ihre authentischen Materialien, Farben und Formen. In Muster und Färbungen lassen sich afrikanische, arabisch-islamische, berberische und orientalische Einflüsse ablesen.

Teppichmotive aus dem Osten Algeriens

Aus der Werkstatt von Ali Benzekri, Gardaia

 

 

Messingkunst

 

Die seit dem Mittelalter in Algerien beheimateten Messingschläger verwenden Kupfer- und Messingplatten zur Herstellung verschiedener Gebrauchs- oder Schmuckgegenstände. Die Osmanen, die im 17. Jahrhundert das Gebiet des heutigen Algeriens beherrschten, verhalfen der Messingschlägerkunst zur Blüte.

 

 

Kleider und Trachten

 

Kleider, ihre Textur und Stoffe, Farben, Schnitte und Muster verraten viel über die Sitten und Gebräuche eines Volkes.

Noch heute ist die traditionelle Kleidung Spiegel der verschiedenen Invasionen in Nordafrika: Römer, Numider, Phönizier, Türken…

 

Traditionelle Präsentation mit der Modemacherin Mabrouka aus Annaba.

 

 

Stickerei

 

Stoffe und ihre Stickereien erzählen vom Alltag  der Menschen. Handel, Kolonisation und Religion hinterließen ihre Spuren. Aber erst seit der türkischen Kolonisierung  erfuhr die Stickerei ihren wahren Aufschwung. So bestehen türkische, arabische und persische Motive nebeneinander.

Kreation von

Aziz Zerari

 

Schmuckwaren

 

Die Geschichte des algerischen Schmucks lässt sich bis in die Vorgeschichte hinein verfolgen. Das islamische Erbe soll für die Geschichte des Schmucks von entscheidender Bedeutung sein, da es die Ausdrucksformen der römisch-byzantischen Zivilisationen  zugunsten einer künstlerischen Ausdrucksform aufhebt, die die Darstellung des Menschen durch eine von orientalischen Werten getragene Denkweise ersetzt, d.h. die abstrakte Abbildung einer angewandten Kunst (geometrische Formen, verschiedene Symmetrien usw.)

 

 

Töpferkunst

Ton gehört ebenso wie Erde und Wasser zu den Quellen des Lebens.

Alltags- und Gebrauchsgegenstände vereinen Funktionalität und Einfachheit, Zusammenhalt und Undurchlässigkeit, Ästhetik und menschliche Werte.

 

 

 

Keramik

 

Diese der Töpferkunst verwandte, erhabenere  Ausdrucksform ist hauptsächlich auf die nördlichen Regionen Algeriens beschränkt. Hier finden sich phönizische, römische, andalusische und arabische Einflüsse wieder.

 

Lederwaren

 

Seit die Menschen auf die Jagd gehen, verstehen sie sich auf die Verarbeitung von Leder: Behälter, Schafte, Schuhe, Kissen, Gürtel, Sattel…

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Korbflechterei

 

Bast und Spartgras, aber auch Weizen-, Gerste-, Roggen- und Haferhalme werden für die Herstellung von Koffern, Körben und Tragetaschen, Hüten, Fächern, Teppichen genutzt.

 

 

Glasarbeiten

 

Die osmanische Kolonisation prägte die Glaskunst vor allem in den Städten.

Während sich die Glasbläserei auf die Herstellung von Lampen oder Lampenschirmen in schillernden Farben (grün, blau, rot und gelb), Teegläsern, Parfümfläschchen oder Bonbonnieren beschränkt, haben Erzeugnisse aus getriebenem Glas dagegen eine optische Nutzfunktion; ihren ästhetischen Wert beziehen sie aus der Farbe (Fenster zur Verzierung von Gebäuden).

 

 

Chiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des ventsChiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des vents Tradition


Karkabu

 

Zum Mouloud-Fest, an dem die Muslime den Geburtstag des Propheten begehen, schwärmen „die Nachkommen von Sidna B’lel“ in die Städte und Dörfer des algerischen Nordens, um ihr - im wahrsten Sinne des Wortes - fantastisches und fröhliches Schauspiel darzubieten.

Baba Salam“, „Ouled Sidi B’lel“ oder „Gnawa“ werden sie genannt, die von sich behaupten, Nachkommen von „Sidna Bilal“ zu sein, einem der ersten Anhänger des Islam und treuester Begleiter und Muezzin des Propheten.

Ihr Umzug lockt Jahr für Jahr Neugierige auf Balkons, Straßen und Plätze. Scharen von Kindern schließen sich den halb in Sahara-Tradition, halb modern gekleideten, mit einem Turban und weißen Muschelketten geschmückten Männern an.

Der älteste unter ihnen bewegt Kopf und Körper im Rhythmus seiner klangvollen karkabu. Jeder hat eine besondere Aufgabe in dieser Parade: einer schlägt kräftig die Trommel, ein anderer hält die blaue Fahne, wieder ein anderer trägt ein aus Palmblättern gefertigtes Tablett mit einer kupfernen, mit Weihrauch gefüllten Schale. Freigiebig spenden die Zuschauer Geld, mit denen die Gruppe die Kosten für ihren Umzug deckt.

Zwei Mal im Jahr, im islamischen Monat „Chaâbane“ und zum Mouloud, folgt die Gruppe den Einladungen der im Norden des Landes gelegenen zaouia, um dem Vorabend der religiösen Feste ihren kulturellen Höhepunkt zu verleihen. Die goumbri, die große Trommel, das Tamburin, und die karkabu begleiten die näselnde Litanei, die die Tugenden von Allah und seines Propheten Mohamed besingen.

 

Chiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des ventsChiriet (Ténéré), dune qui change de forme, de hauteur et se déplace au grès des vents Verschiedenes

Der deutsch-algerische Kulturverein YEDD e.V. hat in seinem Programm Ausstellungen von Künstlern aus Algerien

Juli 2007 „Licht Blicke“

Bislang zeigten kaum mehr als hie und da einzelne Galerien Fotografien, Maler- oder Bildhauerarbeiten einiger weniger, zumeist im Ausland etablierter algerischer Künstler. Ein tour d’horizon der algerischen Kunstlandschaft hierzulande ist ein Novum und stellte Algerien, das auch wirtschaftlich für Deutschland zunehmend an Interesse gewinnt, in ein völlig anderes Licht. Gezeigt wurden verschiedene Facetten der zeitgenössischen algerischen Kunst, einer Kunst, die sich an sich selbst orientiert, Tradition und Gegenwart miteinander verwebt, aus dem Reichtum der Geschichte und Geschichten schöpft, Farben, Formen, Symbole und Symbolik verwendet, sie in die Modernität taucht und eine klare Botschaft vermittelt. Diese Ausstellung solle Türen öffnen, Neugierde wecken und dazu beitragen, Algerien in Deutschland als Partner bekannter und vertrauter zu machen. Im wahrsten Sinne des Wortes vergegenständlichte sie – über alle ökonomischen Interessen hinaus – die zutiefst menschliche Seite des gegenseitigen Austausches.

 

 

 

Juni 2008 „grenzenlos“, eine Ausstellung über Religions- und Ländergrenzen hinweg.

Ort: Dannenwalde, Kirche am Weg

 

Für weitere Information: http://www.yedd.org